Archiv für die Kategorie ‘Unsere Delegation’
Morpheus schlägt zurück!
Was passiert wenn man mehrere Menschen völlig übermüdet in einen Raum steckt und sie bittet etwas zu verhandeln oder produktiv zu werden. Nach meinem Verständnis nicht allzu viel. Und nun schlug Morpheus bei mir gnadenlos zurück. Ich habe heute morgen kaum mitbekommen, dass irgendwer von uns das Hostel verlassen hat. Als ich dann dreist ausgeschlafen gegen neun Uhr aufstand war Christian wohl vor kurzem erst ins Bett gegangen. Da ich eh schon die wichtigsten Meetings des Morgens verpasst hatte, hab ich es ruhig angehen lassen. Duschen, Frühstücken und Proviant packen und dann zum Bus. Auf dem Weg zum Bella Center kamen mir dann leichte Zweifel an unserem Heldentum. Was haben diese Klimaverhandlungen davon, wenn man bei dem sowieso schon kleinen Beitrag den man zu ihnen leisten kann immer wieder wegpennt? Wie ich gestern bei einer Working Group bei CAN. Ist das vielleicht Absicht? Was käme am Ende heraus, wenn alle ausgeschlafen zur Verhandlung kämen? Naja wir schlafen dann Weihnachten aus, oder wir versuchen es im Zug nachzuholen.
JBZE Athmosphere
Wie die Gruppe so die Konferenz. Was wir als Gruppe in den letzten Tagen erlebt haben, kommt sonst nicht in einem Jahr zusammen. Meetings, Partys, Zugangsbeschränkungnen, unfreiwillige Busfahrten, Chaos zumindest in Zimmer 6 meiner Meinung nach. Und was wir euch hier schreiben, hängt natürlich von unserer Stimmung ab. Also: Die Stimmung in der Gruppe ist gut! Auch wenn wir zum größten Teil übernächtigt sind und uns bereits jetzt auf Weihnachten freuen, um endlich mal wieder auszuschlafen. Es liegt noch eine Woche mit wenig Schlaf vor uns. Aber hey! Was tun wir nicht für unser aller Klima? Naja: Zumindest sparen wir nicht an der Hygiene. 
NGO-Party
Sonntag morgen, halb 11 – noch immer ist es ruhig im Hostel, bis auf die dänischen Mitwohner, die wie eigentlich immer vor dem Fernseher im Gemeinschaftsraum sitzen. Warum? Na ja, einerseits ist Sonntag morgen, aber es ist auch the morning after. Gestern Abend war die legendäre, berühmt-berüchtigte NGO-Party zur Mitte der Verhandlungen, auf der alle für eine Nacht alles stehen und liegen lassen, nicht arbeiten, Müdigkeit runterschlucken und zusammen feiern, tanzen, flirten und sich zu horrenden Preisen betrinken. Unter normalen Umständen wäre es bestimmt einfach eine weitere normale Party, aber hier, auf dem Bergfest der Verhandlungen herrscht eine ganz besondere Atmosphäre.
Äußerlich festzumachen ist sie am Gedränge der Garderobe, Zeugnis für die Unfähigkeit der wild Hin und Her-rennenden Menschen hinter dem Tresen, mit dem Ansturm der NGOler umzugehen. Im Foyer steht ein Fahrrad, mit dem man Energie für laute Technomusik erzeugen kann, so dass man alle halbe Stunde für 5 Minuten schon im Eingang einen Vorgeschmack bekommen kann. Doch vor allem gibt es ein großes Hallo und Wiedersehen zwischen Freunden, die sich manchmal nur einmal im Jahr auf den COPs sehen, oder auch neue Freundschaften zu schließen, die vielleicht gemeinsame Projekte nach sich ziehen… Gespräche auf dem Flur, bei denen einmal der unbefriedigende Verlauf der Verhandlungen weggewischt wird zugunsten eines Tanzes. Alle dort ziehen mehr oder weniger an einem Strang, alle sind seit Wochen Monaten – seit dem letzten Jahr – dabei, die Verhandlungen vorzubereiten, jetzt löst sich alles für ein paar Stunden auf zu den Klängen der Klezmer-Musik. Man feiert nicht, dass alles gut ist oder gut wird – man feiert sich, den gemeinsamen Kampf dafür, die gemeinsame Anstrengung und harte Arbeit, den Zusammenhalt. Es ist eine Nacht – jetzt ist Teammeeting unserer Delegation, heute nachmittag werden die Strategien für die nächste Woche verhandelt, noch ist nichts gewonnen…





