Public Viewing
Public Viewing kennt man ja erst seit der WM 2006 und bringt diesen Begriff automatisch mit Fußball in Verbindung. Am Donnerstag und Freitag habe ich Das ganze einmal ganz anders kennengelernt. Die Zuschauer sitzen in Stuhlreihen, die Blicke schweifen von der Leinwand immer wieder zum Laptop auf dem Schoß.
Und warum das ganze? Die gesamte Zivilgesellschaft wurde von der Konferenz ausgeschlossen und hat sich in einer großen Halle in der Nähe vom Klimaforum niedergelassen.
Stimmungsmäßig auch nicht so das, was man von so einem Event erwartet, dabei sind die Rollen sehr klar verteilt: Wir gegen die anderen. Stimmung kommt aber meinst nicht auf. Meist wird eher um Ruhe gebeten, um die Reden zu verstehen und um sie dann mit den Sitznachbarn zu diskutieren. Einmal kam sowas von Stimmung auf, der Auftritt von Obama. Die Sitzreihen füllten sich, es lag eine Spannung in der Luft, ähnlich einem großen Fußballspiel. Und erstmals auch große Emotionen, laute Buhrufe und erste Beschimpfung. Man fühlt sich fast wie in der Südkurve. Aber nur einen kurzen Moment. Dann versinken wieder alle über ihren Rechnern, tippen sich die Finger wund und die Stimmung ist dahin.
Naja, ohne die Stadienwurst und nen Bierchen den Erklärungen und Reden von 192 Staats- und Regierungschefs zuzuhören, ist dann wohl doch nicht so spannend wie ein WM Finale mit deutscher Beteiligung. Aber trotzdem ne tolle Erfahrung, auch wenn ich die Reden lieber im Beller Centre verfolgt hätte. Public Viewing macht dann wohl doch nur beim Sport Spaß.




