Enttäuschung über Ausgang der Verhandlungen
Ja, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Freilich würde es Probleme damit geben, dass alle Länder sich auf -40% bis 2020 einigen würden und ab morgen jedes Kohlekraftwerk durch eine Solarthermieanlage ersetzt wird. Auch war ich mir sicher, dass nicht die ganze Welt ab morgen vegan leben wird. Nicht mal ich lebe vegan, ich esse Fleisch, trinke Kaffee und mag auch Käse. Aber darum geht es doch gar nicht!
Worum es hier doch primär geht, ist das ganz große! Die Konferenz gestern endete mit einem Ergebnis, das auch der Politikgrundkurs des Delmenhorster Gymnasiums hätte entwickeln können. Die Welt reagiert auf die größte globale Herausforderung seit der Überwindung der Nutzung von Weltkriegen als politisches Mittel mit einem Pseudo-Ergebnis. Dass man sich auf maximal 2° Erwärmung geeinigt hat und auch bereit ist, ein wenig Geld zu investieren: Super! Nur ist dieses Ergebnis so hilfreich wie wenn ein Ertrinkender feststellen würde, dass es ihm besser ginge, wenn er denn schwimmen könnte. Es wird kein Weg aufgezeigt, nichts ist gewonnen.
Immerhin gibt es ja kluge Menschen. Manche von ihnen werden weder Bundeskanzlerin noch US-Präsident und vertreten auch nicht die Lobby der Kohle und Ölindustrie, sie beschäftigen sich einfach nur mit dem, was wir mit der Umwelt gerade machen. Diese Menschen warnen: Die Erde erwärmt sich schneller, als noch im letzten IPCC Bericht angenommen, das Eis schmilzt früher, Extremwetterlagen nehmen zu. Leider werden sie sich in zunehmendem Maße einig, dass wir bis 2015 das Maximum der Emissionen weltweit erreichen müssen. Sonst können wir das 2° Ziel knicken.
Wenn es die Aufgabe der Politik ist, diese Wissenschaftlichen Erkenntnisse in Handlungen umzuwandeln, dann war die COP kein Erfolg, sie war ein Desaster. Aber wir können sie noch im Nachhinein zu einem Erfolg machen, wenn wir Wissen und Energie aus ihr mitnehmen und auf dieser Basis weiter machen, weiter machen, weiter machen.




