Fortschrittsoptimismus und Eiertanz
Kopenhagen. Kopenhagen sollte meinen frisch gewonnenen Fortschrittsoptimismus anfüttern. Ich wollte glauben, dass die verschiedenen Sprektren eine Eigendynamik hervorbringen, die sich in ökonomischer und politischer Handlungsabsicht niederschlägt.
Kopenhagen – Formulierte mein Plädoyer für Sachzwänge, für Rationalität angesichts der Fakten und entgegen der Egoismen.
Was will ich sagen – es gibt kein Handeln ohne Verantwortung. Denn wer es sich zum Berufsziel macht,ein Volk zu repräsentieren, muss zukünftige Generationen als implizit für jeden weiterführenden Schritt betrachten. Der hört viele Stimmen, lauscht auf verführerische, erpresserische, inspirierende und destruktive Wortmeldungen. Letztendlich muss ein politischer Akteur Eigeninteressen limitieren, um ein Gesamtbild modellieren zu können.
Ist das der Fall? Haben die Staaten so gehandelt?Was ist der Stand der Klimapolitik nach Kopenhagen?
Trotz der enormen Resonanz…Kopenhagen, das war politischer Eiertanz und ich warte darauf, dass die Eier unter dem Gewicht der Tanzenden zerbersten.
Poeterei
Climate blasted
Grenze passiert,
raus aus der Fähre
kurz notiert
zurück im Land in dem angeblich Klima Angie regiert.
Weiter geht’s durch den tiefen deutschen Schnee
Ja was hast du denn?
Klima ist doch ok.
Oder trägst du etwa Sandalen?
Zwei Wochen Schlaf entzogen
Zwei Wochen konferenziert
Mal eben die Welt ums Überleben betrogen
Denn es ist nichts passiert
Auch nicht in Deutschland wo angeblich Klima Angie regiert.
Hier stehen sie vor dem Scherbenhaufen
Den sie uns für Gold verkaufen
Gut das dass das Wahlvolk nicht wirklich interessiert.
Bis nächstes Jahr Goodbye Logik
Rassmusson billigster Trickbetrug
Ist bis dahin gut genug
Hey Mr., Survival is NOT negiotable!!
Climate blasted
Grenze passiert,
raus aus der Fähre
kurz notiert
zurück im Land in dem angeblich Klima Angie regiert.
Weiter geht’s durch den tiefen deutschen Schnee
Ja was hast du denn?
Klima ist doch ok.
Oder trägst du etwa Sandalen?
Zwei Wochen Schlaf entzogen
Zwei Wochen konferenziert
Mal eben die Welt ums Überleben betrogen
Denn es ist nichts passiert
Auch nicht in Deutschland wo angeblich Klima Angie regiert.
Hier stehen sie vor dem Scherbenhaufen
Den sie uns für Gold verkaufen
Gut das dass das Wahlvolk nicht wirklich interessiert.
Bis nächstes Jahr Goodbye Logik
Rassmusson billigster Trickbetrug
Ist bis dahin gut genug
Hey Mr., Survival is NOT negiotable!!
Zitate der Woche
„Your money is brocken.“
Ein schwedischer Taxifahrer, der unser Geld nicht nehmen wollte, weil ein kleiner Riss in der Mitte war.
„They are talking about us, without us.“
Eine schwedische Jugenddelegierte auf der Pressekonferenz der internationalen Jugend.
„Glaube keinem Politiker, auch nicht wenn er ein Linker ist.“
Ein deutscher Teilnehmer bei einer Diskussion in Klimaforum über den Neubau von Kohlekraftwerken.
„In NRW gehst du ja immer nur bergauf.“
Bärbel Höhn über die Schwierigkeiten Bündnis/Grüne Umweltpolitik in NRW durchzusetzen.
It’s time to act, not to talk!“
Zitat von einem in den Verhandlungen bewegungslosen und bewegungsunwilligen Obama.
„Climate Shame“.
Sehr gute und kurze Zusammenfassung der Konferenzergebnisse.
Public Viewing
Public Viewing kennt man ja erst seit der WM 2006 und bringt diesen Begriff automatisch mit Fußball in Verbindung. Am Donnerstag und Freitag habe ich Das ganze einmal ganz anders kennengelernt. Die Zuschauer sitzen in Stuhlreihen, die Blicke schweifen von der Leinwand immer wieder zum Laptop auf dem Schoß.
Und warum das ganze? Die gesamte Zivilgesellschaft wurde von der Konferenz ausgeschlossen und hat sich in einer großen Halle in der Nähe vom Klimaforum niedergelassen.
Stimmungsmäßig auch nicht so das, was man von so einem Event erwartet, dabei sind die Rollen sehr klar verteilt: Wir gegen die anderen. Stimmung kommt aber meinst nicht auf. Meist wird eher um Ruhe gebeten, um die Reden zu verstehen und um sie dann mit den Sitznachbarn zu diskutieren. Einmal kam sowas von Stimmung auf, der Auftritt von Obama. Die Sitzreihen füllten sich, es lag eine Spannung in der Luft, ähnlich einem großen Fußballspiel. Und erstmals auch große Emotionen, laute Buhrufe und erste Beschimpfung. Man fühlt sich fast wie in der Südkurve. Aber nur einen kurzen Moment. Dann versinken wieder alle über ihren Rechnern, tippen sich die Finger wund und die Stimmung ist dahin.
Naja, ohne die Stadienwurst und nen Bierchen den Erklärungen und Reden von 192 Staats- und Regierungschefs zuzuhören, ist dann wohl doch nicht so spannend wie ein WM Finale mit deutscher Beteiligung. Aber trotzdem ne tolle Erfahrung, auch wenn ich die Reden lieber im Beller Centre verfolgt hätte. Public Viewing macht dann wohl doch nur beim Sport Spaß.
22 Stunden für den Klimaschutz
Freitag, der letzte offizielle Tag der COP, wahrscheinlich wird sie aber bis Samstag verlängert. Naja, der letzte Tag und weiterhin keinen Zugang zum Bella Centre.
Wir werden an diesem letzten Tag noch einmal alles geben, denn es geht um unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder, über die dort verhandelt wird.
Der Tag beginnt bereits um 6.00 Uhr. Später wird die Brücke von Malmö nach Kopenhagen gesperrt, da Obama am Flughafen ankommen wird. Von der Ankunft der anderen Staats- und Regierungschefs in den letzten Tagen hat man nicht so viel mitbekommen, Obama legt die Verbindung zwischen zwei Ländern für Stunden lahm. Dementsprechend ist dann auch das Verkehrschaos und wir brauchen über zwei Stunden zum Klimaforum. Dort bereiten wir dann die letzten Dinge für unsere Aktion in der deutschen Botschaft (siehe Artikel weiter unten) vor. Vor allem die Plakate müssen noch gemalt werden, dazu waren wir in der letzten Nacht nach 1.00 Uhr nicht mehr in der Lage.
In den Ochsenhallen, in der Nähe vom Klimaforum, haben sich alle NGO´s versammelt und versuchen von dort so gut es geht ihre Arbeit zu verrichten. Internetzugang ist nur über Kabel möglich, an einer Steckdose hängen über diverse Mehrfachsteckdosen bis zu 15 Laptops, die Geschwindigkeit erinnert an das gute alte Modem. Aber es hat alles eine ganz besondere Stimmung, und schon morgens um acht Uhr sind mehrere Hundert Menschen fleißig bei der Arbeit um am letzten Tag die Verhandlungen noch irgendwie beeinflussen zu können.
Nach unserer sehr erfolgreichen Aktion an der Botschaft, kommen wir gerade rechtzeitig zurück, um die Rede von Obama beim Public Viewing (siehe Artikel weiter oben) zu verfolgen. Aus allen Ecken der riesigen Halle strömen die Menschen voller Erwartungen vor die Leinwand. Was wird Obama sagen, was wird er der Staatengemeinschaft für Zusagen machen? KEINE!!! Nach und nach noch während seiner Rede wird es still in der Halle, Kopfschütteln, ja Entsetzten überall. Und Buhrufe nach der Rede, eine einzige Enttäuschung. Obama hat nichts Neues Versprochen, ein Scheitern des Gipfels wird immer wahrscheinlicher. Doch die Leute lassen sich nicht entmutigen, für den Nachmittag werden noch einmal viele Aktionen geplant um den Politikern im Bella Centre noch ein letztes Mal klarzumachen, dass sie gegen den Willen der Weltbevölkerung handeln. Das Motto „Climate Shame“ wird ausgerufen und soll mich die nächsten zwölf Stunden begleiten.
Um 13.00 Uhr wird der „Fossil of the year“ verliehen. Über 150 Organisationen, die sich im Climate Action Network zusammengeschlossen haben, wählen jeden Tag den „Fossil oft he Day“ (siehe www.fossiloftheday.org). Am Ende der COP werden alle Platzierungen der zwei Wochen zusammengerechnet und ein Jahresgewinner bestimmt. Dieser ist in diesem Jahr, genau wie 2008 in Posen, Kanada, die sich mit ihrer Politik sehr als Bremser des Prozesses hervorgetan haben.
Anschließend begann die „Climate Shame“ Kampagne. Die Staats- und Regierungschefs wurden von den Anwesenden dargestellt und mit dem Slogan „Shame on you“ konfrontiert.
Zurück in der Halle spürte man nach und nach seine eigene Machtlosigkeit, starrte gebannt auf die Leinwand und wusste nichts so richtig mit sich anzufangen. Dabei entwickelte sich eine ganz eigenartige Atmosphäre die in einer Open Stage, mit vielen spontanen Tanz- und Musikeinlagen.
Am frühen Abend wurde noch ein Air Picture mit dem „Climate Shame“ Slogan gemacht, anzuschauen bei www.350.org. Dies war der Abschluss einer Reihe von Bildern die in den letzten Monaten auf der gesamten Welt entstanden sind und zeigen, dass die Menschen auf der gesamten Welt auf ein starkes Klimaabkommen hoffen.
Abends fand dann im Klimaforum die Abschlussveranstaltung des Alternativgipfels statt. Auch dort war der Frust auf den Gipfel, seine abzusehenden Ergebnisse und auf die Politiker spürbar. Doch mit der Gewissheit alles Machtbare getan zu haben, wollten wir noch ein wenig feiern und tanzen zu den Klängen zweier Livebands.
Gegen Mitternacht dann der Schock. Durch eine SMS über den Jugendverteiler erfuhren wir, dass der Gipfel gescheitert ist, da einige Staaten eine Lösung blockierten. Sofort machen wir uns wieder zu den Ochsenhallen auf, um dort die Ereignisse auf der Großbildleinwand zu verfolgen. Wirklich wahr, kaum zu glauben. Drei Jahre Vorbereitung der Politik und zwei Wochen Verhandlungen. Und was ist passiert, NICHTS!!!
Spontan machte sich eine Gruppe Jugendlicher sehr enttäuscht und verärgert auf zum Bella Centre um sich dort Luft zu machen. Mehrere Hundert Menschen versammeln sich dort zu einer Mahnwache und fordern sehr laut und energisch ein Abkommen, welches unsere Zukunft sichert und die Lasten der Vergangenheit gerecht berücksichtigt. Auch wir sind ein Teil dieser Gruppe und lassen unsere Enttäuschung lauthals heraus. Es ist gut zu sehen, das Hunderte ähnlich denken wie wir, wir sind nicht allein und der Kampf gegen den Klimawandel muss gemeinsam weiter gehen. Wir sind bereit weiter zu kämpfen und der Jugend auch weiterhin eine Stimme zu geben. Bei gefühlten -20 Grad und starkem Schneefall nachts um 2.00 Uhr wird aus Wut und Enttäuschung langsam ein „Jetzt erst recht!“.
Nach weiterem Zugchaos, Obama muss ja auch wieder zurück in die USA (die Reise nach Kopenhagen hätte er sich bei diesem Ergebnis an dem er nicht ganz unschuldig ist, übrigens auch sparen können), kommen wir gegen 4.00 Uhr wieder im Hostel an.
22 Stunden für den Klimaschutz, vollkommen fertig und immer noch frustriert falle ich ins Bett. Wir haben alles gegeben, bis zum Umfallen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben alles menschenmögliche, und auch noch ein wenig darüber hinaus, getan. Ich habe keine Sekunde bereut und werde auch weitermachen. Die Politik muss endlich begreifen, dass sie nicht weiter an der Meinung der Bevölkerung vorbei entscheiden können.
Das Jugendbündnis wird sich weiter in diesem Bereich engagieren und solltest auch du den Klimawandel aufhalten wollen, dann melde dich doch bei uns und unterstütze unsere Arbeit.
Enttäuschung über Ausgang der Verhandlungen
Ja, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Freilich würde es Probleme damit geben, dass alle Länder sich auf -40% bis 2020 einigen würden und ab morgen jedes Kohlekraftwerk durch eine Solarthermieanlage ersetzt wird. Auch war ich mir sicher, dass nicht die ganze Welt ab morgen vegan leben wird. Nicht mal ich lebe vegan, ich esse Fleisch, trinke Kaffee und mag auch Käse. Aber darum geht es doch gar nicht!
Worum es hier doch primär geht, ist das ganz große! Die Konferenz gestern endete mit einem Ergebnis, das auch der Politikgrundkurs des Delmenhorster Gymnasiums hätte entwickeln können. Die Welt reagiert auf die größte globale Herausforderung seit der Überwindung der Nutzung von Weltkriegen als politisches Mittel mit einem Pseudo-Ergebnis. Dass man sich auf maximal 2° Erwärmung geeinigt hat und auch bereit ist, ein wenig Geld zu investieren: Super! Nur ist dieses Ergebnis so hilfreich wie wenn ein Ertrinkender feststellen würde, dass es ihm besser ginge, wenn er denn schwimmen könnte. Es wird kein Weg aufgezeigt, nichts ist gewonnen.
Immerhin gibt es ja kluge Menschen. Manche von ihnen werden weder Bundeskanzlerin noch US-Präsident und vertreten auch nicht die Lobby der Kohle und Ölindustrie, sie beschäftigen sich einfach nur mit dem, was wir mit der Umwelt gerade machen. Diese Menschen warnen: Die Erde erwärmt sich schneller, als noch im letzten IPCC Bericht angenommen, das Eis schmilzt früher, Extremwetterlagen nehmen zu. Leider werden sie sich in zunehmendem Maße einig, dass wir bis 2015 das Maximum der Emissionen weltweit erreichen müssen. Sonst können wir das 2° Ziel knicken.
Wenn es die Aufgabe der Politik ist, diese Wissenschaftlichen Erkenntnisse in Handlungen umzuwandeln, dann war die COP kein Erfolg, sie war ein Desaster. Aber wir können sie noch im Nachhinein zu einem Erfolg machen, wenn wir Wissen und Energie aus ihr mitnehmen und auf dieser Basis weiter machen, weiter machen, weiter machen.
Danke Deutschland!
Bekannt ist das Jugenbündnis auch für seine spontanen Aktionen. Schnell geplant, schnell improvisiert und mehr oder minder erfolgreich. Aber immer eine riesen Spaß für alle die dabei waren. Gleiches gilt für die Yes-Man Aktion die wir heute in der deutschen Botschaft und davor durchgeführt haben. Wir tranken Sekt und überreichten dem deutschen Co-Botschafter stellvertretend für Frau Merkel Blumen und eine Deklaration in unserem Namen. Denn ein paar Dinge mussten dringend mal erwähnt werden: Danke Deutschland, danke Angie. Danke für das beherzte Eingreifen in die Verhandlungen auf der COP 15. Danke für das verbindliche abkommen, dass du „Mutti Angie“ so energisch mitverhandelt hast, dass selbst Obi (Obama) bis zum äußersten ging. Danke Norbert, dass auch du Mutti so herausragend unterstützt hast. Du bist unser Klimasuperheld!
Klingt komisch? Ist es auch. Es ist absoluter Käse! Deutschland tut genau das Gegenteil und enttäuscht uns bisher auf voller Linie! Wir haben den Co-Botschafter ordentlich veräppelt. Leider kamen nicht mehr Leute und auch nicht die Presse die wir eingeladen hatten. Aber wir hatten unseren Spaß wie man sieht.
Und hier könnt ihr die Erklärung nocheinmal nachlesen, die wir heute dem Co-Botschafter höchstpersönlich übergeben haben, der unserer Meinung nach im Klimaschutz nicht ganz so bewandert war.
Herzlichen Glückwunsch liebes Deutschland !
Wir sind überglücklich! Deutschland wird seiner Vorreiterrolle im Klimaschutz endlich gerecht. Angela ist doch unsere Klimakanzlerin! Sie hat sich in Kopenhagen erfolgreich für ein starkes Klimaabkommen eingesetzt. Besonders jubeln wir über folgende Ergebnisse:
- Es ist unglaublich toll! Deutschland wird bis 2020 45% seiner Emissionen einsparen, und dass allein durch Treibhausgaseinsparungen innerhalb Deutschlands.
- Lasst die Sektkorken knallen! Deutschland übernimmt die Führungsrolle, den Entwicklungsländern genügend Geld für die Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung zu stellen. Besonders freuen wir uns, dass diese Gelder zusätzlich zu Mitteln der Armutsbekämpfung gegeben werden.
- Der Regenwald kann aufatmen! Deutschland hat die anderen Industrieländer überzeugt, gemeinsam 15 Milliarden Euro jährlich bis 2015 für die Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung zur Verfügung zu stellen. Das Geld kommt aus der 100%igen Versteigerung von Emissionszertifikaten.
- Endlich ist es soweit! Die Klimakanzlerin macht es zur Chefsache, in Deutschland bis 2030 auf 100% erneuerbare Energien umzusteigen.
- Wir danken Angela Merkel für ihren unerschütterlichen Einsatz! In den frühen Morgenstunden kurz vor Ende der Konferenz hat sie sich gegen Müdigkeit und etliche Länder durchgesetzt, doch noch ein rechtlich verbindliches und überprüfbares Klimabkommen zu erreichen.
Wir, die Kinder und Jugendlichen aus Deutschland, hatten lange Zeit große Sorge, dass unser Land den Klimawandel nicht ernst genug nimmt. Doch kurz vor dem Scheitern hat die Bundesregierung durch beherztes Handeln das Ruder grad nochmal herumgerissen. Endlich werden wir unserer historischen Verantwortung als Verschmutzer gerecht. Endlich gibt es Hoffnung auf Klimagerechtigkeit für alle Menschen – egal ob sie in Afrika oder Europa leben, arm oder reich sind, jung oder alt.
Liebes Deutschland, wir freuen uns, dass Du Deine Zukunft gerettet hast!
Dein Jugendbündnis Zukunftsenergie
Klimaaktivismus vs klimagerechtes Verhalten?
Seitdem wir Dienstag vermehrt die Gegenveranstaltung zum Klimagipfel, das Klimaforum, besuchen, erschlägt mich jedes Mal auf’s Neue das selbe Bild: Jugendliche stehen genüsslich über ihrem riesigen Teller voller Fleisch!
Das ist nicht sonderlich verwunderlich, würde ich durch die Stadt stapfen. Umso mehr erstaunt es mich aber, dass es sich im Klimaforum ergibt. Gerade bei Klimaaktivisten sollte bekannt sein, dass die industrialisierte Landwirtschaft einen Anteil von 18% am Klimawandel ausmachen. Insbesondere zur Fleischproduktion werden ein Vielfaches an Energie gebraucht gegenüber pflanzlichen Lebensmitteln.
Also: Fleischproduktion trägt erheblich zum Klimawandel bei.
Gerade von Klimaaktivisten sollte man erwarten können, dass sie bewusst konsumieren. Ist mit einem Appell zur CO2-Reduzierung nicht gerade eine Verpflichtung verbunden, so zu leben, wie man es von anderen verlangt? Mit dieser Frage gehe ich ins Bett…
Esst weniger Fleisch!!!
Viele von uns achten in ihrem Leben darauf möglichst Umwelt- und Klimaschonend zu leben. Wir trennen unseren Müll, fahren Bahn und viel Fahrrad. Und dann???? Gehen einige von uns in ein Restaurant oder eine Fast Food Kette.
Aber gerade an dieser Stelle können wir viel CO2 einsparen. Heute war ich auf dem Klimaforum bei einer Veranstaltung zu genau diesem Thema. Die Landwirtschaft ist weltweit für über 18% der Treibhausgasemissionen verantwortlich, dies ist mehr als gesamter Transportsektor ausstößt.
Vor allem das Abholzen der Regenwälder, um Soja für Futtermittel anzubauen ist problematisch und zieht viele Probleme wie an einem Rattenschwanz hinter sich her. Zum Beispiel werden Regenwälder für immer zerstört, die Biodiversität geht verloren und die Wasserressourcen werden zerstört.
Es geht gar nicht um einen vollkommen Verzicht auf Fleisch, sondern um eine Reduktion auf zwei bis drei Mahlzeiten in der Woche. Dieses Fleisch soll dann aber auch hochwertig, also bio sein. Da macht dann auch der etwas höhere Preis nichts aus, da die Gesamtmenge des Fleischkonsums sinkt.
Also, „Think before eat“ und leiste deinen kleinen Beitrag zum Klimaschutz. Jeder kleine Teil ist ein Stück zum großen Ganzen.
Guten Appetit!
Von Strahlen der Sonne, Visionen und anderem
Gerade habe ich in der Sueddeutschen das Streiflicht gelesen –>lohnend! Denn was dort steht, lässt sich auch auf Kopenhagen münzen. „Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht, zernichten der Heuchler erschlichene Macht.“, diese Worte von Sarastro aus Mozarts Zauberflöte werden zitiert. Der Artikel endet mit den Worten: „Wer keine Visisonen hat, kann gleich zum Friedhof gehen.“
Doch wer lehnt sich noch weit aus dem Fenster mit seiner Vision von einem fairen, ambitionierten und bindenden Abkommen in Kopenhagen? Es ist ernüchternd zu sehen, was hier in Aachen an Infos ankommt. In Newslettern erfährt man von Beschwerden der ARD und des ZDF, die NGOs durften nur zu 54 Leuten in das Bella Center, Titelblätter diverser Zeitungen prangern Gewaltausbrüche an – mal seitens der dänischen Polizei, mal seites der Demonstranten. Venezuelas Präsident entdeckt, dass es Klimawandel nur gibt, weil es den Kapitalismus gibt(wie rief man noch auf Kopenhagens Straßen – A-Anti-Antikapitalista??). Ausbrüche, wo man auch hinschaut. Die Klimakonferenz wird zum Spielplatz aller Auswüchse, zum Schauplatz der Bedürfnisse. Wie ein Kind, das quengelt, schreit man seine Sehnsüchte und Forderungen in die Welt, am besten in die Kamera. Wie soll man diese nicht zu bändigenden Kleinkinder ruhig stellen? Werden wir einen Schnuller finden, der einstweilen für Ruhe sorgt? Hat das Kleine nur gezahnt und alles ist nur eine Phase, aus der man herauswachsen wird?
Ich bin ratlos. Anscheinend geht’s anderen ebenso. Wie war das mit den Visionen…??!









